Offener Brief an die SJ Wien zum Schulstreik gegen den Bush-Besuch am
21. Juni
Wien, 14. 6. 2006
Liebe KollegInnen!
Wie ihr wisst, mobilisieren wir seit Februar zu einem Schulstreik gegen
den Besuch des größten Kriegsverbrechers der Welt, dem US-amerikanischen
Präsidenten George Bush. Auf zwei Aktionskonferenzen von zahlreichen
AktivistInnen aus den Schulen wurde der Schulstreik und seine Ziele
besprochen und festgelegt. Wir wollen an diesem Tag der Öffentlichkeit
zeigen, daß Wiens Jugendliche nicht schweigend zusehen, wenn der
Oberterrorist Bush durch seinen Besuch Wiens Innenstadt in Beschlag
nimmt. Wir werden lautstark gegen Krieg und Imperialismus auftreten!
Im konkreten wurde beschlossen, daß der Treffpunkt 9.00 Westbahnhof ist
und wir über die Mariahilferstraße in Richtung Hofburg - wo Bush,
Schüssel und die Staatsoberhäupter der EU tagen werden - gehen werden.
Diese Demonstration haben wir auch schon seit längerer Zeit angemeldet
und die entsprechende technische Ausrüstung organisiert. Seit mehreren
Wochen bewerben wir nun diesen Schulstreik mit zahlreichen Pickerl und
Plakaten.
Wir können nicht verstehen, warum die SJ bis vor kurzem zugewartet hat
und bis dahin kein einziges Flugblatt, Plakat oder Pickerl produziert
hat, auf dem für einen konkreten Treffpunkt und Demonstration für den
Schulstreik geworben wird. Auf eurer Website fand sich ebenso bis zum
13. Juni kein Demonstrationstreffpunkt oder Zeitpunkt. Für einen
erfolgreichen Schulstreik ist es notwendig, alle Kräfte zu konzentrieren
und voll für die Demonstration zu mobilisieren. Dies hat bis jetzt
leider nicht stattgefunden. Warum? Wir fordern euch auf, ab jetzt voll
für einen Schulstreik zu mobilisieren und zu einem erfolgreichen
Schulstreik gegen den Bush-Besuch beizutragen.
Wir haben immer bekundet, daß wir mit Euch sowie allen anderen
Organisationen zum Zwecke eines erfolgreichen Schulstreiks
zusammenarbeiten wollen. In diesem Sinne haben wir euch sowohl einen
Brief am 24. März als auch am 6. Juni geschrieben. Den ersten habt ihr
ignoriert, auf den zweiten habt ihr geantwortet. Zu diesem Zweck kam
gestern, dem 13. Juni, ein Treffen zwischen eurem Landessekretär sowie
zwei VertreterInnen von REVOLUTION zustande. Wir mußten jedoch mit
großer Enttäuschung feststellen, daß es von eurer Seite her kein
Interesse an fixen, öffentlich nachvollziehbaren Vereinbarungen zwischen
unseren Organisationen gibt. Bei jeder Demonstration vereinbaren
mehreren Organisationen den Ablauf der Demonstration und bekunden ihren
Willen zur Zusammenarbeit öffentlich. Es ist uns unverständlich, warum
ihr zu einer solchen Zusammenarbeit nicht bereit seid. Natürlich ist uns
bewußt, daß es tiefgreifende politische Meinungsverschiedenheiten
zwischen unseren Organisation gibt. Doch das darf einer Zusammenarbeit
bei konkreten Aktionen nicht im Wege stehen!
Wir fordern euch daher nocheinmal auf, im Interesse eines erfolgreichen
Schulstreiks zumindest in den letzten Tagen dafür zu mobilisieren und
mit uns und allen anderen Organisationen zusammenzuarbeiten.
Mit solidarischen Grüßen,
REVOLUTION
(Beschlossen auf einer Versammlung von REVOLUTION-AktivistInnen am
14. Juni 2006)