Setzen wir den Widerstand gegen Bildungsabbau fort!

Resolution der SchülerInnen-Streikversammlung am 19. Oktober

1.         Die Einführung von massiven Zugangsbeschränkungen an den Hochschulen ist ein schwerwiegender Angriff auf unser Recht auf freie Bildung. Der Angriff auf die Bildung geht aber viel weiter (Beispiel Studiengebühren, „Schulpaket II“ usw.). Bildungsabbau hat bereits unter der SPÖ/ÖVP-Regierung begonnen und wird wohl auch in den kommenden Jahren weitergehen, unabhängig davon, welche Partei gerade in der Regierung sitzt.

2.         Denn die Ursachen für die Angriffe auf unsere Bildung liegen nicht in der Willkür einzelner MinisterInnen, sondern im System der Profitwirtschaft. In ganz Europa und weltweit finden Bildungs- und Sozialabbau statt. In ihren Beschlüssen und Konzepten legen die Herrschenden Europas fest, dass sie das Sozial- und Bildungssystem nach den Interessen der Gewinnsteigerung für die Konzerne umgestalten wollen (siehe „Lisabon-Agenda 2010“, „Bologna-Prozess“ usw.). Das ist kein Zufall, denn im kapitalistischen System dient die Bildung und die Wirtschaft nicht den Lohnabhängigen und der Jugend, sondern der kleinen Minderheit der Konzernherren und ihrer Profitinteressen.

3.         Daher muss unser Widerstand breit, radikal, international und ausdauernd sein. Unser Ziel ist die Organisierung breiter Widerstandsaktionen wie Demonstrationen und Streiks, die möglichst viele SchülerInnen, StudentInnen, Lehrlinge und Lohnabhängige einbeziehen. Der konsequente Widerstand in der Schule, der Uni, im Betrieb und auf der Straße ist das einzige Argument, das die Herrschenden verstehen.

4.         Am 16. und 17. März findet in Wien der EU-Bildungsgipfel statt. Hier werden die BildungsministerInnen – und damit die für den Bildungsabbau in Europa unmittelbar Verantwortlichen – zusammenkommen, um die nächsten Angriffe auf unsere Rechte zu planen. Wir rufen daher zu einem Streik an den Schulen und Universitäten an einem dieser Tage als Zeichen unseres Protestes auf. Weiters schlagen wir den Jugendorganisationen in Europa sowie dem nächsten Vorbereitungstreffen für das Europäische Sozialforum (das in Wien am 6.-8. Jänner stattfindet) vor, zur gleichen Zeit einen europaweiten Aktionstag gegen den Bildungsabbau zu organisieren.

5.         Ebenso rufen wir zur Organisierung breiter Widerstandsaktionen gegen die US-amerikanische Kriegstreiberpolitik am Tage des Besuchs von US-Präsidenten Georg W. Bush im Juni 2006 in Österreich auf.

6.         Eines der wichtigsten Resultate unseres Widerstandes gegen den Bildungsabbau ist die Gründung zahlreicher Aktionskomitees an den Schulen. Diese Aktionskomitees sollen weiter bestehen, denn sie werden bei den oben genannten Aktionen einen wichtige Rolle spielen und auch Widerstand gegen Direktorenwillkür an den einzelnen Schulen organisieren.

7.         Wir bedauern es sehr, dass die offiziellen Interessensvertretungen der SchülerInnen und StudentInnen (Landes- bzw. BundesschülerInnenvertretung - LSV/BSV, Österreichische HochschülerInnenschaft - ÖH) in diesem Herbst nicht gewillt waren, an den Widerstandsaktionen gegen den Bildungsabbau teilzunehmen. Karrierehoffnungen in den Parlamentsparteien sollten für LSV/ÖH-Funktionäre kein größeres Gewicht haben als die Vertretung der Interessen der Jugendlichen. Wir fordern LSV/BSV und ÖH mit allem Nachdruck auf, die kommenden Widerstandsaktionen und Streiks gegen den Bildungsabbau Mitte März und gegen die US-amerikanische Kriegspolitik anläßlich des Bush-Besuchs im Juni nächsten Jahres zu unterstützen.