Streik für freien Bildungszugang!

Resolution der SchülerInnen-Aktionskonferenz am 7. Oktober 2005

Mit der Einführung von Zugangsbeschränkungen an den Universitäten erreicht der Bildungsabbau in Österreich eine neue Qualität. Das Recht auf freie Bildung soll, wenn es nach der Regierung geht, der Vergangenheit angehören. Die Herrschenden demonstrieren damit einmal mehr, dass das Bildungssystem im Interesse der Wirtschaft steht und auf unsere Kosten angegriffen wird.

Das Argument, es fehle das nötige Geld zur Finanzierung eines öffentlichen Bildungssystems, das allen das Recht auf eine qualitativ hochwertige Bildung garantiert, können und wollen wir nicht akzeptieren. Die Reichen werden immer reicher, die Konzerne machen Milliardenprofite. Diese Gesellschaft wäre reich genug. Kürzungen im Bildungsbereich und Zugangsbeschränkungen sind auf keinen Fall zu rechtfertigen.

Deshalb werden wir unser Recht auf Bildung verteidigen! Unsere Antwort auf diese Politik des Bildungsabbaus heißt Widerstand!

Wir organisieren uns dabei in Aktionskomitees, um den Protest gegen Bildungsabbau von unten zu organisieren. Das Komitee ist der Ort, wo wir gemeinsam diskutieren und Aktionen planen können. Statt der üblichen Stellvertreterpolitik durch die offizielle SchülerInnenvertretung stellen die Aktionskomitees den Versuch dar möglichst großen Teilen der SchülerInnen die Möglichkeit auf Selbstorganisation zu geben. Wir wollen selbst entscheiden, wie die Bewegung gegen Bildungsabbau organisiert werden soll.

Wir rufen alle SchülerInnen auf, sich uns anzuschließen, sich an den Schulen in Aktionskomitees selbst zu organisieren und mit uns am Mittwoch, dem 19. Oktober 2005, gegen Zugangsbeschränkungen an den Universitäten und für freien Bildungszugang zu streiken!

Ein Streik ist das machtvollste Mittel, das wir besitzen. Verzichten wir einen Tag auf unsere Bildung um sie für die nächsten Jahre retten zu können!

Wir begrüßen die Initiative für eine HörerInnen-Versammlung am 13. Oktober auf der Universität Wien, die für Studierende und Nicht-Studierende offen steht. Wir rufen zur Teilnahme möglichst vieler Schülerinnen und Schüler auf und werden dort vorschlagen, dass der Streik am 19. Oktober auch auf die Universität ausgeweitet wird.

Wir solidarisieren uns mit allen von Sozial- und Bildungsabbau betroffenen Gruppen, vor allem den Studierenden, welche die Folgen des Kaputtsparens der Unis zu spüren bekommen, und den Lehrlingen, die sich gegen die wachsende Jugendarbeitslosigkeit und die verstärkte Lehrlingsausbeutung wehren.

Der 19. Oktober ist erst der Anfang! Bauen wir eine starke Protestbewegung von SchülerInnen, StudentInnen und Lehrlingen zur Verteidigung unserer Interessen auf! Wir werden solange kämpfen, bis die Regierung die Zugangsbeschränkungen und alle bisherigen Einsparungen im Bildungsbereich zurücknimmt!

Die heutige Aktionskonferenz wählt daher aus ihrer Mitte einen SprecherInnen-Rat, der bis zur nächsten Konferenz die Koordination der Widerstandsaktionen in Wien gewährleisten soll.

Um den weiteren Widerstand demokratisch planen zu können, rufen wir zu einer großen Streik-Versammlung der SchülerInnen, StudentInnen und Lehrlinge unmittelbar im Anschluss an die Demonstration am 19. Oktober auf. Dort sollen die nächsten Aktionen besprochen und beschlossen werden.

Um eine bessere österreich-weite Koordinierung des Widerstandes zu ermöglichen, schlagen wir ein österreich-weites Treffen der jeweiligen SprecherInnen-Räte aus den verschiedenen Bundesländern zum baldigst möglichen Zeitpunkt vor.

Wir rufen die Bundes- und LandesschülerInnenvertretung, die Österreichische HochschülerInnenschaft sowie die Gewerkschaften auf, unseren Protest aktiv zu unterstützen und gemeinsam mit uns für einen SchülerInnenstreik am 19. Oktober zu mobilisieren!

Deshalb fordert die heutige Aktionskonferenz:

* Abschaffung der Studiengebühren

* Nein zu Zugangsbeschränkungen an den Unis! Ja zu freiem Bildungszugang!

* LehrerInnen und Lehrer – solidarisiert euch mit unserem Kampf!

* Ausweitung des Widerstandes auf StudentInnen und Lehrlinge!

* Für einen österreichweiten SchülerInnen- und StudentInnenstreik am 19. Oktober!