Folgende
Resolution wurde bei der gut besuchten REVOLUTION / ASt-Versammlung am
21.10, an der sich Schüler aus über 13 Schulen sowie einige
StudentInnen beteiligten, beschloßen:
1.
Der SchülerInnen-Streik am 19. Oktober war in jeder Hinsicht
ein voller
Erfolg. 1.500-2.000 SchülerInnen demonstrierten in Wien,
weitere 3.000 in
Linz und Vorarlberg. Insbesondere die breite
Mobilisierung in
Wien ist als großer Erfolg zu bewerten, da hier die
sozialdemokratischen
Jugendorganisationen SJ, AKS und GPA-Jugend den
Streik offen
sabotierten und mit allen Mitteln versuchten, eine
Unterstützung
in den Schulen und an der Universität für den Streik zu
verhindern.
Lehren des
Streiks
2.
Die Erfahrungen unserer STREIK-Kampagne sind im höchsten
Maße
lehrreich.
Erstens hat sich das politische Wesen des Reformismus - also
der
sozialdemokratischen Organisationen - mehr als deutlich gezeigt.
Reformismus
bedeutet bürokratisches Politikverständnis, Anpassung und
Anbiederung an
den bürgerlichen Staat und politische Feigheit.
Sozialdemokratische
Organisationen wie die SJ, AKS oder die GPA-Jugend
(und das gleich
gilt für die Hochschulgruppen VSStÖ oder dem KSV, der
der ebenso
reformistische KPÖ nahesteht) werden von einer Schicht von
FunktionärInnen
beherrscht, die über bezahlte Posten, Karriereaussichten
in der
Mutterpartei oder in staatlichen Institutionen direkt oder
indirekt mit dem
kapitalistischen System verbunden sind. Breite
Mobilisierungen
der Betroffenen (SchülerInnen, StudentInnen,
ArbeiterInnen)
interessieren sie daher nicht und wenn sie solche
Mobilisierungen
organisieren, dann nur aus einem Grund: Um so ihre
Verhandlungsposition
beim Postenschacher in der Partei oder in
staatlichen
Institutionen zu stärken. Während unser Ziel bei einer
Mobilisierung
die Stärkung des politischen Bewusstseins und der
Selbstorganisation
der Betroffenen ist, beschränkt sich das Interesse
der
Bürokraten darauf, solche Mobilisierungen als politisches
Kleingeld
für ihre
Karrierechance auszunützen.
3.
Wir dürfen deswegen jedoch Macht und Einfluss des Reformismus
in der
ArbeiterInnen- und Jugendbewegung keineswegs unterschätzen. Die
Sozialdemokratie
verfügt über einen gut ausgebauten Apparat, über
unzählige
Verbindungen zum bürgerlichen Staatsapparat und kann sich auch
die Tatsache
zunutze machen, dass viele ArbeiterInnen und Jugendliche
unter dem
alltäglichen Druck der Ausbeutung und des Stress am Arbeits-
und
Ausbildungsplatz weitgehend politisch passiv bleiben. Der
bürokratischen
Organisation der Sozialdemokratie muss daher eine starke
revolutionäre
Organisation von AktivistInnen entgegengesetzt werden.
Kampf gegen den
Reformismus bedeutet Aufbau der revolutionären
Organisation.
4.
Kampf gegen den Reformismus bedeutet aber auch, es den
BürokratInnen
so schwer wie möglich zu machen, den Widerstand zu
kontrollieren
und ihn dadurch abzuwürgen, indem sie ihn in
,parlamentarische
Bahnen' lenken. Weil dann haben wir automatisch
verloren. Wir
dürfen niemanden als StellvertreterInnen für uns kämpfen
lassen, sondern
die ArbeiterInnen und Jugendlichen müssen den Kampf
selber
führen. Denn die reformistischen BürokratInnen vertreten
nicht
unsere
Interessen, sondern nur ihre eigenen Karriereinteressen in der
Partei und im
Parlament. Wir dürfen daher nicht die Spalter sein,
sondern
müssen den sozialdemokratischen Organisationen immer wieder die
praktische
Zusammenarbeit anbieten, um ihnen so die Ausrede zu
verunmöglichen,
sie würden sich vor dem Kampf drücken, weil sie "nicht
informiert
wurden", weil wir "nicht mit ihnen zusammenarbeiten wollen
würden"
usw. Wenn es gelingt, SJ und AKS zumindest eine Zeit lang für
eine praktische
Zusammenarbeit zu gewinnen, so ist das gut, weil dadurch
breitere
Mobilisierungen von Jugendlichen und ArbeiterInnen möglich
sind. Lehnen die
BürokratInnen (SpitzenfunktionärInnen) jedoch ab, so
ist das auch
gut, denn dann kann jeder und jede sehen, wer die
wirklichen
Spalter sind.
5.
Zweitens: Der Erfolg des SchülerInnen-Streiks am
19. Oktober fiel
nicht vom Himmel, sondern war das Ergebnis einer mit
großen
Anstrengungen verbundenen Mobilisierungskampagne der
AktivistInnen
über mehr als zwei Monate hinweg. Im Zentrum unserer
Anstrengungen
stand der Aufbau von Aktionskomitees in den Schulen und
diese
Aktionskomitees bzw. AktivistInnen-Gruppen waren die entscheidende
Grundlage
für die erfolgreiche Mobilisierung. Solche Aktionskomitees
können
nicht nur eine entscheidende Rolle bei der Mobilisierung für
einen Streik
spielen, sondern auch bei der Organisierung des
Widerstandes
gegen reaktionäre LehrerInnen oder DirektorInnen oder
andere
schulspezifische Problemen.
6.
Drittens: Die Grundlage unserer Mobilisierungskampagne und
des Aufbaus der
Aktionskomitees sowie der erfolgreichen Durchführung der
19.10.-Demonstration
war das Vorhandenseins eines politischen und
organisatorischen
Fundaments: von ArbeiterInnenstandpunkt und
REVOLUTION. Dies
zeigte sich auch klar in der Größe und dem
organisierten
Auftreten des 250-300 SchülerInnen umfassenden
ASt/REVOLUTION-Blocks.
Politische Erfolge und insbesondere eine
erfolgreiche
Streik-Mobilisierung entstehen nichts aus dem Nichts,
passieren nicht
einfach so spontan, sondern sind das Resultat vereinter,
disziplinierter
Anstrengungen einer Organisation von AktivistInnen
basierend auf
einer bewussten politischen Strategie. Mit anderen Worten:
nur wenn es ein
möglichst starkes Team von AktivistInnen gibt, die
wissen was sie
wollen und mit vereinten Kräften die beschlossenen
Projekte
umsetzten, besteht die Möglichkeit, Erfolg zu haben. Deswegen
lautet die
Vorraussetzung für den weiteren Kampf gegen Bildungsabbau,
Sozialabbau und
Krieg: Aufbau und die Stärkung der revolutionären
Organisation.
7.
Wir haben auf der Demonstration am 19. Oktober - und auch in
der
Mobilisierungskampagne davor sowie den anderen Demonstration im
Frühjahr -
gezeigt, wie entscheidend Organisierung sowie kollektives und
diszipliniertes
Arbeiten im Team ist. Aber gute Organisierung setzt ein
starkes
politisches Fundament voraus. Aktionen ohne Ideen und Strategie
sind blind und
wirkungslos. Daher ist die Erarbeitung und Diskussion der
politischen
Grundlagen des revolutionären Marxismus Voraussetzung für
die erfolgreiche
Arbeit.
Die
nächsten Schritte
8.
Was bedeutet das nun für die nächsten Schritte in unserer
Arbeit? Erstens:
Der sozialdemokratisch dominierte LSV/BSV
(LandesschülerInnenvertretung
<http://www.lsv-bgld.at>/BundesschülerInnenvertretung
<http://www.bsv.at>)
und die sozialdemokratisch/grün/"kommunistische"
regierte ÖH
(Österreichische HochschülerInnenschaft) sollen noch einmal
aufgefordert
werden, am 18. November nicht wie geplant eine zahnlose
Medienaktion
gegen den Bildungsabbau abzuhalten, sondern einen
ernsthaften
Streik an den Schulen und Universitäten. Von der Basis aus
muß
entsprechender Druck auf diese politischen Nichtstuer ausgeübt
werden, endlich
aktiv zu werden und einen breiten Streik an den Schulen
und
Universitäten zu organisieren. Wir fordern von ihnen
gleichberechtigte,
demokratische Zusammenarbeit und erklären uns bereit,
unseren
Möglichkeiten entsprechend für den Streik zu mobilisieren.
9.
Wir schlagen den Aktionskomitees an den Schulen vor, sich
kleinere
Kampagnen und Aktionen um schulspezifische (im obengenannten
Sinne) zu
überlegen und - falls sie konkrete Projekte entwickeln - muss
REVOLUTION sie
nach Möglichkeit unterstützen.
10.
Ein besonderes Augenmerk werden wir in den nächsten Monaten
der politischen
Weiterbildung und dem Ausbau der Organisation im
Vordergrund
stehen. In diesem Sinne werden wir ein entsprechendes
Diskussions- und
Schulungsprogramm abhalten.
11.
Der nächste große Kampagnenschwerpunkt wird die
Organisierung
eines
Schulstreiks gegen den EU-Bildungsgipfel am 16./17. März 2006 in
Wien sein.
(Unser Vorschlag dahingehend wurde auch von der
SchülerInnenversammlung
am 19. Oktober angenommen.). Dieses Projekt
schlagen wir
auch dem SprecherInnenrat der SchülerInnen-Aktionskomitees
vor. Zur
Vorbereitung dessen schlagen wir die Abhaltung einer
Aktionskonferenz
Ende Jänner vor.
12.
Ein weiterer Schwerpunkt - auch dieser Vorschlag von uns wurde
von der
SchülerInnenversammlung am 19. Oktober angenommen - ist die
Organisierung
breiter Widerstandsaktionen gegen die kriegstreiberische
Politik des
US-Imperialismus angesichts des Besuchs von US-Präsident
Bush in
Österreich im Juni 2006.
13.
Fassen wir zusammen: Der Erfolg des 19. Oktober ist nicht vom
Himmel gefallen,
sondern das Ergebnis harter und systematischer Arbeit.
Er ist das
Resultat eines revolutionären Programms, einer klaren
Perspektive und
des beharrlichen Aufbaus einer disziplinierten,
kämpferischen
Organisation. Weitere Erfolge können ebenfalls nur das
Ergebnis einer
konsequenten politischen Arbeit sein. Wir appellieren
daher an all
jene, die in den vergangenen Wochen und Monaten mit uns in
Kontakt gekommen
sind, in den Aktionskomitees aktiv zu werden und an den
Treffen, den
Diskussionen und der Arbeit von REVOLUTION und
ArbeiterInnenstandpunkt
teilzunehmen. Nur gemeinsam können wir Erfolg
haben und eine
bessere Welt durch eine sozialistische Revolution erkämpfen!